Magdalena Tschurlovits

ISBN: 978-3-99028-588-6
21 x 12 cm, 134 S., Softcover
€ 15,00
Neuerscheinung


 

 

Das Mohnblumenrezept

Vorwort Reinhart Hosch

 

Sind wir allergisch gegen das Wort „Heimat“? Im verlängerten Nachkriegsösterreich scheint der Fortgang kritischer Geschichtsbewältigung unter anderem am jeweils erreichten Stadium dieser Allergie ablesbar zu sein. Nachdem die Heimat von der Literatur – ab den 1960ern und gipfelnd bei Thomas Bernhard – als der geeignete Ort für den langsamen Tod und den Suizid beschrieben worden war, wurde es in den letzten Jahren ruhiger, die allergische Symptomatik ging zurück. Doch jetzt „grundelt“ es wohl wieder in der Politik. Zumindest wird man zu solcher Vermutung durch die Präliminarien der mühsamen Stichwahlen 2016 für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten verleitet: Beide Lager platzierten „Heimat“ beschwörend auf ihren Wahlplakaten. Schlägt der Literatur also neuerlich die Stunde der Anti-Idylle als einzig mögliche Reaktion auf politische Versuche der Vereinnahmung eines Begriffs, der doch vorrangig jedem einzelnen Menschen gehört und von diesem nach eigenem Gutdünken belebt werden darf? Aber vielleicht sind wir inzwischen fähig geworden, auf Stimmen zu hören, die Verzauberung und Entzauberung gleichermaßen zu Wort kommen lassen, eben weil sie nicht Ausdruck des Wegschauens sind, sondern sich nicht scheuen, das Öffentlich-Nationale genauso wie das Private und das Internationale als Schauplatz von Widerläufigkeit und Extremen darzustellen. Fast wie ein Rezept zur Lebensbewältigung wirkt dieser Realismus, wenn er uns vor der Versuchung der Übersteigerung – Verherrlichung wie Verteufelung – bewahren kann. „Iwalegdades!“ warnen Dichterinnen wie Magdalena Tschurlovits, denn jede Ambivalenz des Realen ist eine GLEICHUNG MIT ZWEI UNBEKANNTEN. Die unvermeidliche Begegnung mit ihr wird zum wackeligen Prüfstein. Also laue Indifferenz aus ängstlicher Vorsicht? Nein, im Gegenteil. Aber begeben wir uns zunächst einmal ins nördliche Niederösterreich. . . .

(Textauszug)

 

Francesco und Francesca

 Bettina Ehrlich

Übertragung aus dem Englischen
Magdalena Tschurlovits

ISBN: 978-3-85252-274-6
€ 20,00

 

 

 

 

 Francesco ist ein kleiner Bub, der seine erste Liebe erlebt, in eine wilde Verwechslung während des Mailänder Faschings verwickelt wird und am Ende . .  Ja,  aber d a s  steht im Buch!

Bettina Ehrlich war eine Nichte von Alice Bloch-Bauer und musste mit ihrem Mann, dem Künstler Georg Ehrlich, vor den Nazis flüchten. Diese Flucht führte sie u. a. nach Italien und England. Bettina schrieb dieses ( u.a. ) Buch in englischer Sprache, die Gründe sind heute nicht mehr zu erfahren. Freund Bernd Kreuter, viel zu früh verstorben, der den Nachlass der Ehrlichs verwaltete,  fragte mich eines schönen Tages über einer Tasse Tee, ob ich das Buch nicht neu übersetzen wolle. Richard Pils war bereit, es neu aufzulegen und es ist dem Verlag ein drucktechnisch vorbildlicher Band gelungen, der die wunderschönen Bilder Bettinas, die an der Wiener Akademie studiert hat, in bester Manier zur Geltung bringt. Diese Bilder sind eine Augenweide für Kinder  u n d Erwachsene. Der Text ist von mir in österreichischem Deutsch übersetzt, heute auch keine Selbstverständlichkeit (Z.B. Sessel statt Stuhl).

Allen kleinen und großen Lesern viel Spaß, Spannung und Freude mit und an diesem Buch!

haasz & cold

 gedichte

 Magdalena Tschurlovits

ISBN: 978-3-901862-18-2
21 x 12 cm, 72 S., Ill.
€ 10,00

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedichte zu jeder Stimmungslage, schmales Büchlein in der Größe eines Kindle, mit originellen und stimmigen Foto- motiven, die mein Mann im nördlichsten Waldviertel entdeckte und mir für diese Gedichte überließ.

Mundart, Hochsprache, englische Sprache friedlich  vereint, warten darauf, von Dir neu entdeckt zu werden. Leider ist der schmale Band vergriffen und wird nur bei großer Nachfrage wieder aufgelegt werden . . . .

Einige Kostproben für Dich stelle ich hier auf die Seite - vielleicht möchtest Du Richard Pils  auf www.bibliothekderprovinz.at  wegen einer Neuauflage schreiben?

 

bildsprache

nur stille

entdeckungsreisen

farbe, form, eingebrannt in seelenzwischenräume

verändern sich zum bild im bild

auffordernd zur wanderung

zwischen den welten

für bernd (kreuter)

 

einkehr

in gedichte kehren wir ein

wie in herbergen

fremd und doch vertraut

 

häuser

gedanken anderer

zimmer

eigener

 

seelenwohnung

zuflucht

 

die schönheitsgesellschaft

ich lege wert auf mein gesicht

auf alle seine falten

die mir begegnung sind

mit neuem und mit altem

das leben hat gestaltet

die äußerliche hülle

sie steht für sich

ist teil von mir

seele, herz und technicum

sind mein's allein

punktum.

 

 force of life

walking along briskly

fields edges

cut out sharply against

an innocently blue sky

 

smudgy yellow

liver brown

goblin green

spring throwing

lusty colours

over winter's shrinking body

sucking in its icy breath

like goblets of wine

 

all of a sudden

a wildly red sun

sinking to a violet-black bed

of wooden linen

 

 muttatog

draußt im goatn bliat da fliada

maigleckaln stroin da und durt

heite, mutti, denk i efta

vüle  joa bist jetzt scho fuat

 

in mein heazn san de stundn

de mia zwaa beinaunda woan

tiaf und fest miteingebundn

wanns a net imma friedlich woan

. . . .

(gekürzt, 5 strophig)